Eine als Batman verkleidete Person steht vor einer brennenden Mülltonne in Frankfurt. - Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

KOMMENTAR Wenn Langeweile in Gewalt umschlägt

Frankfurter Krawallnacht: Gen Z ist nicht gleich Gen Z - die Assi-Kinder im Fokus

02.11.26 - Die Ausschreitungen in Frankfurt am Main lösten bundesweit Entsetzen aus. Die Randalierer zerstörten Schaufenster, plünderten Geschäfte und griffen Polizeibeamte an. Wichtig bei der Berichterstattung ist aber, dass man die Demonstranten nicht alle in einen Topf wirft. Denn: Gen Z ist nicht gleich Gen Z.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU)

Die Demonstrationen in Frankfurt verliefen nämlich weitgehend friedlich - rund 8.000 Teilnehmer der Initiativen "Gen Z regelt" und "Generation Aufbruch" waren dabei. Erst später wurde der Demozug wegen knapp 100 Störern aufgelöst. "Diese haben die Polizei massiv angegriffen – gezielt, mit Pyrotechnik", erklärt Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU).

Aber auch das sind nicht die Bilder, die wir alle vom Samstagsabend in Frankfurt kennen. Die entstanden noch später. Auf der Zeil, der bekanntesten Einkaufsmeile der Stadt. Die Randalierer dort hatten aber absolut nichts mit den Demonstranten der beiden Initiativen zu tun. Sicher scheint, dass die jungen Menschen, die abends Polizisten angegriffen haben und Geschäfte plündern, nicht mal wussten, was hinter den gut gemeinten Demonstrationen überhaupt steckt.

Ein erschreckendes Bild aus Frankfurt Fotos: 5Vision.News/ Hans-Hubertus Braune

Die Randalierer kommen alle aus einem ähnlichen Milieu: Jugendliche, zwischen 16 und 20, die einfach Lust hatten, Stress zu machen - und damit auf ihren Social-Media-Kanälen per Livestream angaben. Die meisten davon mit migrantischem Hintergrund. Hessens Innenminister Poseck erklärt in einer Pressekonferenz, dass Menschen mit Migrationshintergrund unter den Gewalttätern überproportional vertreten gewesen seien.

Diese Lust am Randalieren führte zu 100 verletzten Polizisten, 54 Festnahmen und 17 beschädigten Geschäften. Dazu kommt, dass der eigentliche wichtige Grund der Demonstranten vom Nachmittag völlig in den Hintergrund rückt. Schade. Für die Frankfurter Assi-Kinder war der Abend mehr ein Event als eine aus Überzeugung angetretene Demonstration.

O|N-Reporter Moritz Pappert

Wenn man aber mal abends an der Frankfurter Hauptwache oder auf der Zeil war, wundert das nicht. Schon da sieht man ständig Gruppierungen von gelangweilten und stresssuchenden Jugendlichen. Dass sie sich aber Gewalt und Sachbeschädigung gegen die Langeweile ausgesucht haben, zeugt von schlechter Erziehung und vielmehr einem noch schlechteren Umfeld. Was helfen würde? Bildung, ein Job mit Perspektive oder eine sinnvolle Aufgabe. Dann hätte man gar nicht die Zeit, über Randale nachzudenken.

Was es jetzt braucht, sind harte Strafen. 54 Personen wurden bereits festgenommen - ein Erfolg für die Polizei. Nun muss der Staat konsequent und schnell durchgreifen. Wer nicht hören will, muss eben fühlen. (Ein Kommentar von Moritz Pappert) +++

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