06.10.26 - Eine Nachricht, die am Montag für Aufsehen und zahlreiche Fragen sorgte: Was passiert mit dem Tegut-Markt in Schlüchtern? Da die Supermarktkette aufgelöst wird, fällt auch diese Filiale weg. Doch für die Bürger ist klar: Sie brauchen eine Einkaufsmöglichkeit - und den damit verbundenen Ort der Begegnung. Genau darum bemüht sich jetzt auch Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller: "Es ist seit vielen Monaten bekannt, dass die Ära Tegut zu Ende geht. Das tut uns allen weh, aber wir werden für den Standort in Schlüchtern eine gute Lösung finden. Da bin ich mir sicher."
Fraktionschef der Bürgerbewegung Bergwinkel (BBB), Hans Konrad Neuroth, setzte am Sonntagabend unsere OSTHESSEN|NEWS-Redaktion darüber in Kenntnis, was dieser Wegfall für die Stadt des Main-Kinzig-Kreises bedeutet: "Dies wäre ein herber Verlust für die Innenstadt, da der Standort für viele Bürgerinnen und Bürger absolut wichtig und wohnortnah ist. Mit einem weiteren Leerstand in der Innenstadt wäre dies für den Verbraucher besonders ärgerlich." O|N hat dazu auch bei Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller nachgefragt und eine Antwort erhalten.

Wie es mit dem Tegut-Standort in Schlüchtern weitergeht, ist noch nicht klar. ...

Das Bundeskartellamt habe eine Übernahme von Edeka untersagt und prüfe aktuell, ...
Bürgermeister nutzt Expo Real für Gespräche
In seinem Schreiben macht der Rathauschef deutlich: Wie es mit dem Tegut in der Breitenbacher Straße in Schlüchterns Innenstadt weitergeht, ist derzeit noch nicht geklärt. Das Bundeskartellamt habe eine Übernahme von Edeka untersagt und prüfe aktuell, ob Rewe neuer Betreiber werden kann. Dafür habe Möller auf der Messe Expo Real in München mit sämtlichen potenziellen Betreibern gesprochen. Er sei sich sicher, dass eine gute Lösung für den Standort gefunden wird – und warnt in der Zwischenzeit vor Panikmache.
"Dem Kartellamt kann kein Bundeskanzler und auch kein Bundespräsident vorgeben, wie es zu entscheiden hat. Das gilt selbstverständlich auch für den Bürgermeister einer Kleinstadt und auch für die Marktleitung in Schlüchtern. In einer solchen Gemengelage ist es schwierig, ohne Ergebnis zu agieren. Und es ist unseriös, genau dies von der Stadt Schlüchtern zu fordern", so der Bürgermeister über die aktuelle Überprüfung des Bundeskartellamts. Manchmal müsse man einfach abwarten. "Das ist für meine Politik ungewöhnlich, aber es ist in diesem Fall mehr als angesagt", hebt er hervor. Im gleichen Zuge bittet Möller die Bürgerinnen und Bürger, sich derweil nicht von Panikmache beeinflussen zu lassen.

Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller ist sich sicher, dass eine gute Lösung ...Archivfoto: O|N/Andreas Bejm
Für einen Lebensmittelmarkt "setzen wir uns intensiv ein"
Der Rathauschef geht fest davon aus, dass an diesem Standort auch in Zukunft ein Lebensmittelmarkt betrieben werden wird: "Das Gebäude ist prädestiniert für Einzelhandel, der Standort ist hervorragend." Die von der BBB vorgeschlagene Gründung einer Genossenschaft sei nicht möglich: "Das ist bei der Größe eines solchen Marktes vollkommen unrealistisch. Und es ist auch nicht nötig, weil ich mir sicher bin, dass sich ein Betreiber finden wird, der sich diesen lukrativen Standort nicht entgehen lassen möchte."
Möller, der derzeit mit Teilen seines Teams auf der Expo Real in München unterwegs ist, hat dort bereits nach eigenen Angaben Gespräche mit Immobilienentwicklern und großen Marktbetreibern geführt - und fühlt sich in seiner Einschätzung bestätigt. "Die Hängepartie ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Marktleitung sicher belastend", sagt er.

Möller, der derzeit mit Teilen seines Teams auf der Expo Real in München unterwegs ...

Doch bevor konkrete Lösungen möglich sind, liege der Ball nicht bei der Kommune. ...
Gleichzeitig betont der Bürgermeister, wie wichtig der Standort bleibt: "Es ist natürlich wichtig, in der Breitenbacher Straße auch künftig einen Lebensmittelmarkt zu haben. Und dafür setzen wir uns auch intensiv ein." Doch bevor konkrete Lösungen möglich sind, liege der Ball nicht bei der Kommune: "In erster Linie ist erst einmal das Kartellamt gefragt – und mit dem Ergebnis werden wir dann gemeinsam arbeiten."
(mis) +++ 
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