Peter Niehaus auf seiner Terrasse in Fulda. Was macht eigentlich der ehemalige Stadtbaurat? - Foto: Suria Reiche

FULDA Was macht eigentlich …? (25)

Peter Niehaus‘ Schreibtisch steht noch heute im Büro von Fuldas Stadtbaurat

23.11.20 - Heute lebt er in einer Wohnung, von deren großen Balkon aus man einen direkten Blick auf seinen ehemaligen Arbeitsplatz hat: das Stadtschloss von Fulda. Sein Schreibtisch steht zwar noch darin – dient aber als Besprechungstisch für den jetzigen Stadtbaurat, Daniel Schreiner, dessen Firmpate er im Übrigen ist. Die Rede ist von Peter Niehaus, Fuldas einstiger Stadtbaurat und ein Mann mit einem sehr bekannten Nachnamen. Immerhin ist die jüngste seiner drei Töchter, Valerie, eine berühmte deutsche Schauspielerin. Was macht er heute, wo er im Ruhestand weilt und nur noch seine Frau und er die großzügige Wohnung in der Innenstadt bewohnen?

"Verschaffen Sie sich erstmal einen Rundumblick", sagt Peter Niehaus und führt seinen Besuch auf den großen Balkon. "Dort sehen Sie den Frauenberg, da das Stadtschloss und in einem der Büros darin steht nach wie vor mein Schreibtisch, auch wenn ich schon seit 1980 nicht mehr dort arbeite." Aber im Leben ist es oft so, dass sich die Kreise irgendwann wieder schließen – und so kommt es, dass Fuldas jetziger Stadtbaurat Peter Niehaus‘ Patensohn ist. Und in Daniel Schreiners Büro steht nach wie vor der einstige Schreibtisch, den Niehaus als Stadtbaurat von Fulda bis zum Jahr 1980 benutzte. Heute dient er allerdings als Besprechungstisch.

Architekt und Politiker

Bilder aus dem Archiv von Peter Niehaus Foto: Archiv

Dass Niehaus 1980 seine Arbeit bei der Stadt – dem kommunalen Schützengraben, wie er sagt – beendete, beschreibt er mit seiner großen Liebe zum Dasein als Architekt. Demgegenüber stand bei seiner Arbeit als Mitglied von Fuldas Magistrat immer das politische Arbeiten. "Ich hatte mir vorgenommen, zu 51 Prozent Architekt und nur zu 49 Prozent Politiker zu sein." Irgendwann sei er mit diesem Vorhaben jedoch nicht weitergekommen, damals ging es um die Entscheidung, ob die Müllabfuhr auch in der Stadt privatisiert werden solle, und Niehaus erinnerte sich an die Anfrage des Bistums, die schon vor einiger Zeit auf seinem Schreibtisch lag und die er bisher immer ob seines Jobs bei der Stadt abgelehnt hatte. Und siehe da: Die Stelle als Diözesanbaumeister war noch zu besetzen und Niehaus sagte zu.

Während es als Stadtbaurat von Fulda vor allem der Weimarer Tunnel und das Ermöglichen des innerstädtischen Wohnens ohne großen Verkehrslärm ist, auf das er stolz ist, spricht er von der Sanierung des Doms von Fritzlar und der Restaurierung des Doms von Fulda, wenn man ihn nach seiner Zeit als Diözesanbaumeister und Konservator beim Bistum Fulda fragt.

Neue Aufgabe: Theaterförderverein

Mit Blick auf das Stadtschloss von Fulda - sein ehemaliger Arbeitsplatz. ...Foto: Suria Reiche

Nachdem er dann nach 17 Jahren Bauen für die Siemens AG und 20 Jahren Leben in München 2004 in den Ruhestand ging, allerdings noch unter anderem als Professor für die Technische Universität Wien arbeitete und beratende Funktionen in verschiedenen Architekturbüros übernahm, war er sich im Jahr 2007 sicher: "Ich wollte die Gewichte ein wenig versetzen, mehr hin zu meinem privaten Leben", sagt er. 2011 klopfte dann die ehemalige Leiterin des Schlosstheaters, Angelika Lieder, an und fragte, ob er nicht einen Theaterförderverein aus der Taufe heben wolle. Eine neue Aufgabe für ihn und seine Frau stand in den Startlöchern.

Bei Niehaus war sie damit nämlich an der richtigen Adresse. Nicht nur wegen der Berufe seiner Töchter ist seine ganze Familie sehr affin, was die Schauspielerei und das Theater betrifft. Fast zehn Jahre besteht der Förderverein nun schon. "Irgendwann muss sich jedoch jemand anders um ihn kümmern", sagt der 79-jährige Niehaus. Immerhin sei er auch so schon den ganzen Tag beschäftigt. Da wären zum Beispiel die Besuche an den unterschiedlichen Sets seiner Tochter, "eine sehr spannende Sache", findet Niehaus, Aktivitäten mit seinen Enkelkindern oder ein ganz neu entdecktes Hobby: das Klavierspielen. "Blues spielen durfte ich als Kind nicht", erinnert er sich und sein Blick schweift hinaus zum Balkon, von dem aus man über fast die ganze Stadt blicken kann, eine Stadt, die sich in den vergangenen Jahren toll entwickelt hat, wie Niehaus findet. (Suria Reiche) +++

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