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Bürgermeisterin Susanne Schaab hat in Schotten ihre Heimat gefunden. - Foto: Aaron Löwenbein

SCHOTTEN Die Rathauschefs im Vogelsberg (18)

Susanne Schaab: "Die Steuern sprudeln in Rhein-Main, aber nicht bei uns"

05.09.18 - Stolze 10.000 Einwohner in insgesamt 15 Stadtteilen zählen zu der Stadt Schotten. Dazu gehört auch Bürgermeisterin Susanne Schaab, die Schotten zur ihrer Heimat zählt. "Ich schätze die Menschen, die hier leben und die, mit denen ich zur Fortentwicklung der Stadt und der Region zusammenarbeite. Die Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich", erzählt sie im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Die Rechtsanwältin und Sozialdemokratin war erstmals im Oktober 2005 mit 52,9 Prozent zur Rathauschefin gewählt worden. Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hatte sie erst kürzlich als Beauftragte für den ländlichen Raum in sein Schattenkabinett berufen. 

Schaab ist dagegen, dass noch mehr Grundwasser nach Rhein-Main geht. Symbolbild: pixabay

Als touristisch gut erschlossener Ort gibt es für die Bürgermeisterin jeden Tag aufs Neue unterschiedliche Dinge zu tun. Momentan aber läuft nicht alles, so wie es sich Schaab für Schotten und den ganzen Vogelsberg wünscht. "Die schlechte Finanzlage bei uns sowie in vielen ländlichen Kommunen ist ein großes Problem." Sie prangert an, dass vor allem die Steuern im Rhein-Main sprudeln, aber im Vogelsberg sei dies Fehlanzeige. "Hier steigen die Grundsteuern und Gebühren durch die Vorgabe des Landes Hessen. Die Hessenkasse ist kaum zu schultern." Der Ärger gegenüber den Ballungszentren wird in einem anderen Bereich noch verdeutlicht: "Das Thema Fernwasserentnahme aus dem Vogelsberg für den Rhein-Main und die daraus resultierende Risiken für unseren Naturraum." Doch sie hofft auf eine baldige Verbesserung. "Es zeichnet sich ein breiter politischer Konsens dahingehend ab, dass sich etwas ändern muss. Das macht Hoffnung auf Lösungen, von denen alle profitieren."

Das Freibad in Schotten ist ein Beispiel für die gute Infrastruktur in der Kommune. ... Foto: Volker Rühl

Doch neben all dem Ärger versucht Schaab, die Stadt dennoch für die Zukunft sicher aufzustellen. Denn es gibt viele Dinge, die gut laufen - zum Beispiel die steigende Geburtenzahlen, ein positiver Wanderungssaldo oder die gute Auslastung der kleinen und mittelständischen Unternehmen vor Ort. Lobende Worte findet sie für das große ehrenamtliche Engagement, was in Schotten wunderbar funktioniert. "Es zeigt unter anderem, dass das Leben und Arbeiten auf dem Land attraktiv und lohnenswert ist." Und nicht nur das - als beliebtes Ziel vieler Touristen ist in Schotten auch die Entwicklung durch Einnahmen lokaler Betriebe, Geschäfte und Dienstleister gesichert und die Angebote sind attraktiv - "das stärkt die Gemeinschaft und zieht Neubürger an". Drei Schulen, ein Krankenhaus und allgemein gute Basisinfrastrukturen sind wichtig für Menschen jeden Alters. Doch auch da gibt es Verbesserungsbedarf: "Wir spüren den Fachkräftemangel in den Bereichen der Kinderbetreuung und der Fachangestellten für Bäderbetriebe deutlich." Der Mangel an Fachkräften und Auszubildenden gefährdet auch die heimischen Unternehmen und Handwerksbetriebe. "Genauso wie der schleppende Breitbandausbau", bringt es Schaab auf den Punkt.

Mit der Enthüllung des „Schwebenden Steines“ wurde das Vulkaneum im Sommer letzten ...Archivfotos: O|N

"Auch die Unterversorgung mit Haus- und Fachärzten sind Fehlentwicklungen, die vielfach auf Bundes- und Landesebene zu verantworten sind, aber uns Kommunen jetzt „vor die Füße gekippt“ werden. Das macht mir Sorgen, weil Kommunen das nicht auffangen können." Die kommunale Infrastruktur habe allgemein einen riesigen Instandhaltungsstau, der nicht mehr lange gut gehe - das bereitet Schaab einige Sorgen.

Foto: Aaron Löwenbein

Damit Schotten dennoch lebenswert bleibt, beschäftigt sich die Stadt bereits seit über zehn Jahren intensiv mit dem demografischen Wandel. Dort investiert Schotten vor allem in die Lebensqualität und menschliche Netzwerke. Eine vielfältige Vereinslandschaft mit Sport, Kultur, Kunst, Feuerwehr oder Nachbarschaftshilfe, die großgeschrieben wird, ist bereits vorhanden. "Wir haben außerdem eine sehr gute kommunale Kinderbetreuung und Dörfer mit aktiven, modernen, ihre Heimat wertschätzenden Menschen jeden Alters." Das lässt auf eine vielversprechende und positive Entwicklung hoffen. (Luisa Diegel) +++

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Foto: privat


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