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Bernhard Beier arbeitet bei seinem Traumverein Eintracht Frankfurt - Fotos: goa

FRANKFURT AM MAIN Berufe, Berufungen, Menschen (12)

Im Herzen von Europa: Bernhard Beier machte seine Leidenschaft zum Beruf

15.05.23 - Er ist 59 Jahre alt. Keine Sorge – unsere heutige Portraitperson Bernhard Beier ist zwar Profi bei Eintracht Frankfurt, allerdings nun wahrlich kein Kandidat für die Mannschaftsaufstellung. "Bernie", wie ihn alle nennen, ist "Frankfurter Osthesse" oder "osthessischer Frankfurter".

Er lebte nicht nur jahrzehntelang in Bad Hersfeld, sondern war hier auch jahrelang Vorstand im Eintracht-Fanclub "Mückenstürmer". Vor mehr als zehn Jahren wechselte der ehemalige Versicherungskaufmann in den Bereich Medien und Kommunikation zur Eintracht, wie er im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS sagt. Damit nicht genug: inzwischen ist auch Sohn Leon nach dem Abitur in Bad Hersfeld und erfolgreicher Ausbildung als System-Informatiker bei der Eintracht beschäftigt.

Der gebürtige Frankfurter Bernhard Beier kam aus beruflichen und familiären Gründen von Frankfurt nach Bad Hersfeld, und verließ aus den gleichen Gründen Osthessen nach fast 30 Jahren wieder in umgekehrte Richtung. Beier hatte die Chance ergriffen, seine große Leidenschaft Eintracht Frankfurt zu seinem Arbeitgeber zu machen. Einige Jahre pendelte er noch von Bad Hersfeld aus nach Frankfurt, aber bei den unregelmäßigen Arbeitszeiten funktionierte das einfach nicht auf Dauer. Daher zog er nach Hofheim. Er arbeitet bei der Eintracht im Bereich Medien / Kommunikation und fungiert inzwischen als Administrator für "Digitale Medien". An der Mannschaft ist er schon auch recht dicht mit dran.

Bernhard Beier mit seinem Sohn Leon und dem Europapokal

Auf Tuchfühlung mit den Stars: Hier Mario Götze

"Als Frankfurter Bub war ich natürlich schon von Kind auf Eintracht-Fan", blickt Beier zurück. Die Fankultur hat er auch voll durchlebt, so zum Beispiel als langjähriger Vorsitzender des Eintracht-Fanclubs Mückenstürmer in Bad Hersfeld, eine Funktion, die er nach Antritt der hauptamtlichen Eintracht-Stelle zwingend aufgeben musste. "Wir sind aber bis heute noch freundschaftlich verbunden." In Bad Hersfeld ist er heute immer noch ab und an: "Das macht emotional heute noch was mit einem, nach Hersfeld zu kommen nach all den Jahren, die man dort lebte. Das wird auch immer so bleiben. Meine Tochter und mein Sohn sind auch dort geboren und haben ihr Abitur bzw. Fachabitur dort abgelegt. Leon absolvierte eine Ausbildung zum Informatiker hier bei der Eintracht. Er ist inzwischen 23 und hat die Eintracht praktisch mit in die Wiege gelegt bekommen. In seiner Oberstufenzeit hat er in Ferienjobs für die Eintracht gearbeitet. Auch er fühlt sich hier extrem wohl und macht einen super Job." Der Papa ergänzt: "Er ist nicht in meiner Abteilung – das ist auch gut so", dabei muss er selbst lachen.

Attraktives Umfeld

Die Arbeitsplätze der beiden Beiers können sich sehen lassen. "Im Herzen von Europa 1" (noch nicht jedes Navi will diese Adresse kennen) hat die Eintracht neben dem Stadion in 2021 ihre neue Geschäftsstelle eingeweiht. Über 34 Mio. Euro wurden hier verbaut: ein 400 qm großes Foyer, 19 Besprechungsräume, Büros für 280 Mitarbeiter im Verwaltungstrakt, und angegliedert das "ProfiCamp" mit Fitness- und Wellnessbereich.

Beim Ortstermin mit Bernhard Beier kommen die Profis gerade von einer Mountainbike-Einheit aus dem Wald zurück zum ProfiCamp: Chandler vor Rode, Götze und Kristijan Jakic.

Faszination Eintracht

Auf die Frage, was für ihn die "Faszination Eintracht" ausmacht, platzt es aus ihm heraus: "Eintracht Frankfurt ist Emotion." Beier konkretisiert: "Ganz deutlich wurde dies an der Europareise in den letzten Jahren, besonders natürlich in der letzten Saison mit dem Gewinn der Europaleague. Nehmen wir das Spiel in Barcelona: Wie wir da mit 30.000 Fans friedlich das Camp Nou erobert und zum Heimspiel gemacht haben, das wird man so bei keinem anderen Verein erleben, das ist in der Form, mit der Emotionalität und Wucht ein Alleinstellungsmerkmal für die Eintracht. Wer das erlebt hat, kommt davon auch nicht mehr los."

Nicht unerwähnt bleiben darf ein besonderer Geist, der bei der "Eintracht" wörtlich vorzuherrschen scheint: "ALLE Mitarbeiter auch in der Geschäftsstelle haben die Erfolge mit erzielt und bekommen auch genau dieses Gefühl von der Vereinsführung und den Spielern vermittelt." Ein Bild sagt dabei mehr als 1000 Worte: Bernhard und Sohn posieren nicht nur im Foyer des ProfiCamps vor dem mächtigen, in Stein gehauenen Adler-Logo mit dem beeindruckenden Europaleague-Pokal, sondern sie können dies im Gefühl tun, ihn mit errungen zu haben – wenn auch nicht auf dem Platz. Beier bringt einen weiteren Beleg für den Eintracht-Geist: "Im "Fifty-Nine", dem nichtöffentlichen Betriebsrestaurant, sitzen wir alle beieinander, Spieler und Trainer und der gesamte Staff, ohne jede Trennung. Da ist jeder gleichberechtigt! Die Spieler wissen, dass die höchst engagierten Mitarbeiter des Stabes und der Geschäftsstelle ihnen in vielen Dingen den Rücken frei halten, auch wenn es wie ganz aktuell mal nicht so optimal läuft!"

Mit Blick auch auf die Region Osthessen verweist Beier auf einen weiteren Eintracht-Aspekt: "Die SGE hat in der Fanszene ein Riesen-Einzugsgebiet. Es ist klasse, wie viele treue Fans wir in den Bereichen Fulda und Bad Hersfeld, aber auch in Nordhessen haben."

Viel Flexibilität nötig

Bei aller Begeisterung darf nicht verkannt werden, dass Beiers Funktion als "Administator Digitale Medien" für private Interessen auch eine gewisse Opferbereitschaft erfordert. "Diese Arbeit braucht absolute Flexibilität und die Entscheidung ‚Eintracht-Belange haben Vorfahrt!‘ Wer einen Nine-To-Five-Job sucht, ist hier fehl am Platz. Wenn englische Wochen und Auswärtsspiele anstehen, dann ist das nun mal so – das bedeutet auch für das gesamte persönliche Umfeld: ‚Der Bernhard ist unterwegs und privat nicht verfügbar.‘ Das Verständnis klappt aber wunderbar, ich erfahre ganz viel Toleranz und dafür danke ich auch meiner Familie und allen Freunden sehr."

Mehr als aufgewogen wird jede Belastung durch die finale Bilanz Beiers: "Meine Arbeit bei und für Eintracht Frankfurt kann ich in einem Satz zusammenfassen, der eigentlich alles sagt: Ich lebe hier meinen Traum!" (goa)+++

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