Fabian Schaub war zu Gast in der O|N-Redaktion - Fotos: Yannik Overberg

FULDA OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch (30)

Fabian Schaub: "Ich habe gemerkt, wie sehr mir der Fußball gefehlt hat"

23.11.22 - Vor eineinhalb Wochen endete für Fabian Schaub eine lange Leidenszeit. Im Spiel gegen die SG Ehrenberg feierte der Torjäger des SV Flieden sein Comeback nach fast einjähriger Verletzungspause. Im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch spricht der 32-Jährige darüber, wie es war, so lange nur zuschauen zu können, Gedanken ans Karriereende und die Chancen in der Rückrunde. 

Im O|N-Sportgespräch lassen wir immer Menschen aus verschiedenen Sportarten der Region zu Wort kommen. Wir erzählen die Geschichte hinter der Geschichte. Heute folgt Teil 30 der Serie.

O|N: Fabian, du hast vor eineinhalb Wochen nach langer Verletzungspause dein Comeback gegeben. Wie geht es dir? Wie hat dein Fuß danach reagiert? 

Fabian Schaub: Mir geht es soweit ganz gut. Ein ganz kleines bisschen merke ich die Verletzung noch, das ist aber nach so einer langen Zeit auch normal. Es sind keine großen Schmerzen, aber ich merke eben, dass etwas gemacht worden ist. 

Im Gespräch mit O|N-Redakteur Felix Hagemann

O|N: Du warst jetzt fast ein Jahr lang verletzt. Wie war diese lange Zeit ohne Fußball für dich? 

Schaub: Es fehlte schon irgendwas. Meine Frau sagt dann auch, dass ich etwas hibbeliger werde. (lacht). Ich brauche einfach diesen Ausgleich. Das erste Mal ist die Verletzung vor einem Jahr aufgetreten, ich habe es danach zwar immer noch mal versucht, doch die Schmerzen gingen nicht weg. Ich war bei verschiedenen Ärzten, die meinten, man könne es mit Spritzen oder Physiotherapie behandeln, aber das hat alles nichts gebracht. Die OP war dann unausweichlich. 

O|N: Du bist jetzt 32 Jahre alt. Ein fortgeschrittenes Alter für einen Fußballer. Hast du mal daran gedacht, aufzuhören? 

Schaub: Eigentlich nicht. Ich habe mir immer gesagt, dass ich bis 30 auf jeden Fall spielen will, wenn es die Knochen noch mitmachen. Und das ist ja nach wie vor der Fall. In der Zeit habe ich auch gemerkt, wie sehr mir der Fußball fehlt. Es macht mir einfach immer noch riesig Spaß und ich kann nach wie vor mithalten. 

O|N: Du warst auch während deiner Verletzung immer nah an der Mannschaft. Wie wichtig war dir das? 

Schaub: Das gehört für mich im Amateurfußball einfach dazu. Ich bin Teil des Teams, und nur, weil ich keinen Fußball spielen kann, heißt das ja nicht, dass ich die Sachen drumherum auch nicht mitmachen kann. Ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft. Und diese Gemeinschaft ist es, was uns in Flieden schon immer auszeichnet. 

O|N: Kommen wir mal zum Sportlichen. Mit 30 Punkten steht ihr auf Platz drei der Verbandsliga. Zufrieden mit der Vorrunde? 

Schaub: Hätte mir im Vorhinein jemand gesagt, dass wir zur Winterpause so dastehen, wäre ich sehr zufrieden gewesen. Ich denke, wir sind sehr gut gestartet, die sieben Siege zum Auftakt haben aber auch etwas geblendet. Wir hatten auch einfach Glück, das eine oder andere Spiel hätte auch anders ausgehen können. Dann kam der Einbruch mit sechs Spielen ohne Sieg. Am Ende haben wir uns wieder gut gefangen. Und die Tuchfühlung nach oben ist nach wie vor da. 

O|N: Ist es dir während der Sieglos-Serie besonders schwergefallen, nicht helfen zu können? 

Schaub: Natürlich fällt das Zuschauen leichter, wenn die Jungs gewinnen. Wenn es nicht so läuft, kommt dann ab und an der Gedanke, wie es laufen würde, wenn man selbst spielen könnte. Von daher tut es in so Situationen schon etwas mehr weh. 

O|N: Woran hat es aus deiner Sicht gelegen, dass die Mannschaft von jetzt auf gleich aus dem Tritt gekommen ist? 

Schaub: Schwer zu sagen. Wir haben in den Abläufen nichts geändert, wir haben genauso gut trainiert wie vorher auch. Aber die Jungs haben einfach nicht mehr ihre Leistung so auf den Platz gebracht. Von daher haben wir diese Spiele auch verdient nicht gewonnen. 

O|N: Nach der Niederlage in Eichenzell hat es dann eine Aussprache zwischen Mannschaft, Trainerteam und Vorstand gegeben. Was wurde da besprochen? 

Schaub: Wenn man so viele Spiele nicht gewinnt, staut sich was auf und das muss dann mal raus. Wir haben lange zusammengesessen und dann hat jeder mal gesagt, was ihn stört oder was man anders machen könnte. Dieses Gespräch war im Nachhinein gut und hat uns geholfen. 

O|N: Was ist in der Rückrunde noch drin? 

Schaub: Wir wollen oben mitspielen, sagen wir es so. Und ich glaube auch, dass wir das schaffen, wenn wir keine Verletztenmisere bekommen. Aber es ist immer noch alles eng zusammen. Ich habe auch Bad Soden noch nicht abgeschrieben. Sie haben von den Namen her die beste Mannschaft. Ich traue uns aber einen der ersten beiden Plätze durchaus zu. 

Archivfoto: ON

O|N: Ist die Rückkehr in die Hessenliga auch ein persönliches Ziel von dir? 

Schaub: Ja, klar. Mein Abgang aus der Hessenliga war ja jetzt auch nicht der schönste, mit nur drei Kurzeinsätzen. Ich spiele persönlich auch immer gerne so hoch wie möglich. Die Hessenliga macht mir auch einfach mehr Spaß als die Verbandsliga. Aber schauen wir mal. 

O|N: Würdest du dafür auch noch mal den Verein wechseln, wenn es mit Flieden nicht klappt? 

Schaub: Schwierige Frage. Ich bin fast 20 Jahren in Flieden, es ist eine geile Truppe, ich fühle mich sehr wohl hier und habe viele Freunde. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass ich bleibe. 

O|N: Kommen wir zum Abschluss noch mal zur Fußball-WM. Schaust du die Spiele oder boykottierst du die WM? 

Schaub: Ich schaue die Spiele, weil es mich fußballerisch interessiert. Drumherum ist es aber natürlich eine Katastrophe. Vielleicht entsteht aber ja doch noch so etwas wie Euphorie, wenn die deutsche Mannschaft ins Turnier einsteigt und gut spielt. 

O|N: Fabian Schaub, vielen Dank für das Gespräch. (fh)+++

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