Milian Habermehl - Fotos: Yannik Overberg

FULDA OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch (83)

Milian Habermehl: Nach Raketen-Start auf dem Teppich bleiben

08.12.23 - Kaum ein anderer Kicker hat in der jüngeren Vergangenheit für solch positive Wahrnehmung gesorgt wie Milian Habermehl. Der 20-jährige Defensiv-Allrounder des Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ist in aller Munde. Vor dem Gastspiel, dem letzten Auswärtsspiel seines Teams in diesem Kalenderjahr, beim Überflieger FC Homburg (Sonntag, 14 Uhr) machte Habermehl einen Abstecher zum Osthessen|News-Sportgespräch. Er redet über seine präferierte Spielposition, was er jedem Nachwuchskicker, der den Sprung zur SGB schaffen will, rät - und noch so manches mehr. 

Im Osthessen|News-Sportgespräch lassen wir immer Menschen aus verschiedenen Sportarten der Region zu Wort kommen. Wir erzählen die Geschichte hinter der Geschichte. Heute folgt Teil 83 der Serie.

O|N: Wie würdest Du Deine gestiegene Wahrnehmung in den letzten Wochen bezeichnen? Bist Du etwa durchgestartet?

Milian Habermehl: Man kann schon sagen, dass es sehr schnell ging. Mein U23-Trainer Niklas Herget hat gesagt, er hat es selten erlebt, dass es bei einem Spieler so raketenartig nach oben ging. Vor der Saison hätte ich es auch nicht erwartet, dass es so zügig gehen würde im Regionalliga-Team.

O|N: Wie viele Spiele hast Du mittlerweile eigentlich von Beginn an bestritten, wie oft bist Du eingewechselt worden?

Habermehl: Zwei Startelf-Einsätze hatte ich, zuletzt gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart und zuvor in Bahlingen. Von der Bank bin ich einige Male gekommen; mein erster Einsatz war in Freiberg - für eine Minute, das war mein erster Regionalliga-Einsatz überhaupt (am 19. August 2023; d. Red.)Von da an immer häufiger und immer länger.

O|N: Hand aufs Herz: Wer hatte Dir den Durchbruch eigentlich zugetraut?

Habermehl: Es war schon schwer vor der Saison. Mit der U23 von der Verbandsliga in die Regionalliga, das sind zwei Klassen - und es ist ein Riesen-Schritt. Wer das erwartet hätte, ich weiß es nicht.

O|N: Hast Du Dich von Anfang an fest dem Kader zugehörig gefühlt? Und welchen Schub haben Dir die letzten Wochen gegeben? 

Habermehl: Von den Jungs, von Mannschaft und Trainerteam bin ich super aufgenommen worden. Von Anfang an galt es, sich an die Geschwindigkeit zu gewöhnen. An das höhere Spieltempo. Als ich im ersten Saisonspiel in Stuttgart im Kader war, war ich innerlich schon gelöst.

O|N: Weißt Du noch, was am 8. Oktober war? Da habt ihr 2:0 gegen Eintracht Frankfurt II gewonnen - und Du hast das 2:0 erzielt. War es für Dich eine Art Signal-Spiel?

Habermehl: Auf jeden Fall. Ich bin relativ früh rein, so etwa in der 65. Minute, und ich weiß nicht, ob es sogar mein erster Ballkontakt oder meine erste Aktion war - wir bekamen einen Freistoß zugesprochen, den Leon Pomnitz reinbrachte, und der Rest war einstudiert. Du kannst dich da schon Mal fertigmachen, unser Kapitän Patrick Schaaf hatte den Ball mit dem Kopf verlängert und in die Mitte gelegt, ich hab' den Gegenlauf gemacht - und aus kurzer Distanz zum 2:0 getroffen. 

O|N: Was macht solch ein Erfolgserlebnis mit einem Spieler? Was bewirkt es?

Habermehl: Besonders nach meinem ersten Startelf-Einsatz, dem Bahlingen-Spiel, habe ich es gemerkt. Du spielst schon von Anfang an mit mehr Selbstbewusstsein. Das gibt einem noch einmal einen Extra-Schub.

O|N: Zuletzt durftest Du ja, nachdem Du zuvor als Sechser das Defensivverhalten stabilisieren solltest, in der Innenverteidigung ran ...

Habermehl: Lieber spiele ich Innenverteidiger - die Position, die ich seit der Jugend immer spiele. Es war in Bahlingen ein gewohntes Gefühl, in der Innenverteidigung zu spielen. Doch wenn der Coach mich irgendwo anders aufstellt, spiele ich natürlich auch da. 

O|N: Du bist ein Beispiel dafür, dass man es aus der Nachwuchs-Abteilung der SG Barockstadt bis in die Regionalliga schaffen kann. Wie groß ist der Sprung tatsächlich?

Habermehl: Von der U19 in die Verbandsliga ist es schon mal ein kleiner Sprung. Und von der U23 in der Verbandsliga in die Regionalliga nochmal was Anderes. Allein im Training herrscht ein hohes Tempo vor. Das Spieltempo ist das Entscheidende. 

O|N: Kannst Du Deinen Weg stellvertretend mal schildern?

Habermehl: Angefangen hab'  ich bei der JSG Lauter in Wallenrod - bis zur D-Jugend hab' ich da bei Trainer Achim Zapke gespielt. Dann bin ich zum JFV Alsfeld gewechselt, weil ich in der D-Jugend in der Gruppenliga spielen konnte; Trainer war Thorsten Petersohn. In Alsfeld war zwei Jahre - ehe ich zum JFV Viktoria Fulda bin. In meinem ersten C-Jugend-Jahr war das; Trainer waren Marcel Körner und später Stefan Huck. Ab der B-Jugend war Stanislav Szilagyi mein Coach - vier Jahre bis einschließlich der A-Jugend. Der Rest ist ja bekannt.

O|N: Was würdest Du all jenen raten, die es auch "nach oben" schaffen wollen? Was sollten sie beherzigen?

Habermehl: Immer dranbleiben. Auch bis zum Schluss noch dran glauben. Viel trainieren. Nie zufrieden sein. Auch wenn es mal gut läuft. Es kann sich so viel ändern. Fußball ist ein so kurzlebiges Geschäft. Ich bin erst 20 - und hab' schon so viele positive und negative Erfahrungen gemacht. Man sollte sich immer neue Ziele stecken. 

O|N: Am Sonntag müsst ihr zum "Überflieger" FC Homburg. Wie siehst Du eure Chancen?

Habermehl: Wir hoffen auf einen Vorteil, weil Homburg ja am Dienstag noch im DFB-Pokal ran musste. Sie sind nicht so gut gestartet, haben dann aber ihre Form gefunden. In dieser Liga ist es so schwer - man darf sich nie ausruhen. Man muss immer dran glauben, dass man auch gegen vermeintlich starke Gegner punkten kann.

O|N: Was hältst Du vom Modell, auch tagsüber mal zu trainieren bei der SGB? Ist das unausweichlich, um mittel- und längerfristig konkurrieren zu können?

Habermehl: Mit dem Training ist es momentan schwierig, passende Zeiten zu finden. Derzeit müssen wir immer abends trainieren. Tagsüber wäre das zurzeit überhaupt nicht machbar. Mittags vielleicht - aber dafür muss man Profi-Bedingungen schaffen. Auch finanziell muss das passen, dass Spieler nicht mehr arbeiten müssen. Ein heikles und komplexes Thema. 

Vielen Dank für das Gespräch. 

Zur Person

MILIAN HABERMEHL arbeitet im dritten Lehrjahr zum Verwaltungs-Fachangestellten in Lauterbach im Landkreis Vogelsberg. Er ist bis 16 Uhr beansprucht, und er arbeitet in Gleitzeit - ansonsten wäre der immense Trainingsaufwand nicht zu leisten. Seine Eltern sind Melanie und Matthias Habermehl, ehemaliger Fußballer in Lanzenhain. Im 23-jährigen Marvin, der Lehramt studiert, hat Milian einen Bruder. Er ist 1,92 Meter groß, beim Kopfballspiel kommt ihm dies gelegen. Übrigens: Mit SGB-Kapitän Patrick Schaaf, der aus Engelrod kommt und sich dort niedergelassen hat, bildet er eine Fahrgemeinschaft zum Training. (wk)+++

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