Musiklehrer und Inhaber der Musikschule Mollenhauer Martin Dietz mit Schülerin Luzia Orf - Fotos: Carina Jirsch

FULDA Profis bei der Arbeit (65)

Musiklehrer Martin Dietz: „Musik ist eine Prägung fürs ganze Leben"

Die Arbeitswelt bei uns in Osthessen ist bunt und vielfältig. Ob stinknormaler Job oder ein ganz ausgefallener Beruf - die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich in der Region umgeschaut und viele interessante Menschen getroffen, die von ihrem ganz persönlichen Arbeitsplatz erzählt haben. Lassen Sie sich überraschen.

23.11.17 - Die kleine Luzia strahlt, während sie stolz ihr neu erlerntes Stück „Feliz Navidad“ auf dem Klavier anstimmt. Martin Dietz, ihr Klavierlehrer und Inhaber der Musikschule Mollenhauer, sitzt lächelnd daneben und gibt geduldig hier und da Verbesserungsvorschläge. Schon seit frühster Kindheit hat er die Musik für sich entdeckt. Angefangen vom Kirchenorganisten über Tourneen mit den Wildecker Herzbuben bis hin zum Musiklehrer – sein Leben ist die Geschichte eines Musikers, der seine Leidenschaft zum Beruf machte.

Stolz zeigt Luzia ihr Klavierbuch.

Kleine Finger entlocken großen Tasten bezaubernde ...

Bereits im zarten Alter von sieben Jahren begann Martin Dietz seine Ausbildung zum Organisten in einer Kirchenmusikschule, in der er als Jugendlicher lange tätig war, unter anderem auch als Chorleiter. Nach dem Abitur zog es den gebürtigen Bad Neustädter nach Würzburg, wo er Musik mit den Schwerpunkten Klavier und Saxophon studierte. Während seiner Studienzeit spielte er in vielen Bands mit, vor allem im Pop&Rock Bereich, nicht zuletzt auch im Orchester in Würzburg und Bad Kissingen. Vor 35 Jahren kam er schließlich an die Musikschule Mollenhauer in Fulda, wo er mit dem Unterrichten begann. „Neu war damals vor allem die musikalische Früherziehung in Fulda, die ich zu Beginn zusammen mit Stephan Mollenhauer leitete“, sagt er. Als dieser vor 20 Jahren zurück ins Lehramt kehrte, übernahm Martin Dietz die Musikschule.

Martin Dietz gibt geduldig Verbesserungsvorschläge.

Weihnachtlich angestimmt wird mit "Feliz Navidad".

Doch das Unterrichten blieb nicht lange seine einzige Beschäftigung. Aus der Pop&Rock-Szene rutschte er in den Bereich der Volksmusik und spielte in Bands namhafter Künstler wie Roberto Blanco, Howard Carpendale oder Tony Marshall. In den 90er Jahren tourte er sogar mit den Wildecker Herzbuben durch Deutschland. „Da haben wir manchmal 150 Konzerte im Jahr gespielt“, blickt Dietz zurück. Als sein Sohn schließlich in die Schule kam, beendete er das Touren, um sich auf seine Familie zu konzentrieren.

"Alles, was Tasten hat" - Martin ...

Briefe und Bilder für die Lieblingsmusiklehrer ...

"Musik ist eine Prägung fürs ganze ...

Auf die Frage, was er heute unterrichte: „Alles, was Tasten hat“, sagt er scherzend. „Das heißt Keyboard, Klavier, Orgel und Akkordeon.“ Seine Schülerinnen und Schüler reichen von Grundschulkindern, über Teenager bis hin zu Senioren. „Meine älteste Schülerin ist 78 Jahre alt, vor zwei Jahren fing sie mit dem Klavierspielen an“, sagt er lächelnd. Es gebe auch viele Wiedereinsteiger die beispielsweise, wenn die Kinder aus dem Haus sind, sich wieder der Musik widmen würden. „Ich würde nicht an normalen Schulen unterrichten wollen“, sagt Dietz. „Hier ist der Vorteil, dass die meisten kommen, weil sie es wirklich möchten. Natürlich gibt es immer mal Phasen, in denen die Eltern die Kinder ein wenig antreiben müssen“, sagt er lachend, „aber meistens kommen die Schülerinnen und Schüler mit Spaß und Freude in den Unterricht."

Besonders für die ganz Kleinen beginnt ...

O|N Redakteurin Leyla Rommel

"Und es ist schön zu sehen, wie sie sich entwickeln, wie sie vorwärts kommen. Viele von ihnen beginnen hier als kleine Kinder und wir begleiten sie bis zum Abitur.“ Viele Eltern würden auch davon berichten, wie ihre Kinder sich persönlich durch das Musizieren entwickelten. „Durch die Musik und vor allem das Vortragen ihrer erlernten Stücke bei kleinen Konzerten werden sie zu selbstbewussten Menschen ohne Scheu, sie treten offener auf, verlieren mit der Zeit das Lampenfieber und können oft frei reden“, sagt Dietz. „Musik ist eine Prägung fürs ganze Leben.“

Spontan ein kleines Stück anspielen - ...

Als Frontmann im Rampenlicht zu stehen, konnte sich der Musiklehrer nie vorstellen. „Ich bin da immer eher realistisch gewesen“, sagt er. „Es ist schwierig, alleine groß rauszukommen.“ Und wenn er sich aussuchen dürfte, mit wem er die Bühne einmal teilen würde? „Joe Cocker, wenn er noch leben würde, oder auch Tom Jones.“ Groß geworden sei er vor allem mit Pink Floyd, Deep Purple und Eric Clapton.

Die Musikschule Mollenhauer im Kohlhäuser Feld

In den letzten Jahren stellte er zudem vier Musicals auf die Beine. „In einer Ensemble-Leistung haben wir die Konzepte zweier dieser Musicals selbst entwickelt. Dazu schrieben wir Buch und Text, entwarfen die Geschichten und komponierten natürlich auch die Stücke.“ Als Projekt für das nächste Jahr visiere er vor allem eine neue Schülerband an, am besten zwei für verschiedene Altersgruppen. Die Fuldaer Band „Since Saturday“, die einst als Schülerband der Musikschule Mollenhauer startete, gewann zum Beispiel einen regionalen Wettbewerb für Nachwuchstalente und bekam so die Chance, einige ihrer eigenen Songs zu produzieren.

„Ich wollte in meinem Leben schon immer von der Musik leben, seit meiner Kindheit war das mein größter Wunsch“, sagt Dietz abschließend. „Das habe ich geschafft.“ (Leyla Rommel) +++

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