Unter einem Schirm: Zum Jahreswechsel hat Rosa Hohmann (80) die Autovermietung offiziell an ihren Sohn Christoph (52) übergeben. - Fotos: privat / Stefanie Harth

BEBRA Profis bei der Arbeit (82)

"Autovermietung ist mein Leben": Rosa Hohmann geht in Unruhestand

Die Arbeitswelt bei uns in Osthessen ist bunt und vielfältig. Ob stinknormaler Job oder ein ganz ausgefallener Beruf - die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich in der Region umgeschaut und viele interessante Menschen getroffen, die von ihrem ganz persönlichen Arbeitsplatz erzählt haben. Lassen Sie sich überraschen. +++

22.01.18 - Autovermietung ist ihr Leben. Loszulassen fällt ihr schwer. 52 Jahre lang hat Rosa Hohmann ihre Frau in ihrem Betrieb gestanden. Zum Jahreswechsel hat die 80-jährige Unternehmerin, die in Bebra sprichwörtlich bekannt „wie ein bunter Hund“ ist, die Geschäfte offiziell an ihren Sohn Christoph (52) übergeben. „Ich stehe jetzt in der zweiten Reihe, möchte aber noch am Geschehen teilhaben“, sagt die agile Dame. „So schnell kann ich meine Zelte nicht abbrechen und sagen ‚hier, das war’s dann‘.“

Zurück zu den Anfängen: Die blau-weiße ...

In der Lache hat sowohl die ...

Schlüsselübergabe im Hause Hohmann.

Christoph Hohmann, der die Autovermietung an seinen Kfz-Betrieb, die MK-Garage, angegliedert hat, aber als eigenständiges Unternehmen im Sinne seiner Mutter weiterführt, kennt seine „Pappenheimerin“: „Meine Mutter kann nicht ohne ihre Arbeit“, meint er augenzwinkernd. Er ist fest davon überzeugt, dass Rosa Hohmann in gewohnter Manier nach dem Rechten sehen wird.

Kaum verwunderlich: kann die aus Rotenburg stammende ausgebildete kaufmännische Angestellte doch auf eine bewegte Firmengeschichte – mit Höhen und Tiefen – zurückblicken. Alles begann 1965: Rosa Hohmanns Ehemann Gerhard, der zwei Jahre zuvor in Bebra eine Tankstelle eröffnet hatte, wollte für seine Familie ein zweites Standbein schaffen. Bei einem Besuch in Nordrhein-Westfalen waren dem Kfz-Mechaniker Autovermietungen quasi ins Auge gesprungen – in jenen Tagen ein Nischenangebot. „Rosa, das machen wir auch“, offerierte er seiner Gattin.

Gesagt, getan: Aus steuerrechtlichen Gründen meldeten Hohmanns den Betrieb auf Rosa an. Aushängeschild der Autovermietung, übrigens die erste in der Region, war ein VW-Käfer. „Nach und nach sind weitere Fahrzeuge hinzu gekommen“, erzählt Rosa Hohmann. „In den 70er Jahren verfügten wir über einen Fuhrpark von 30 Fahrzeugen.“ Heute wartet das Unternehmen mit insgesamt neun Fahrzeugen (zwei Autos für Krankentransporte, zwei Miet-Pkw, ein Neunsitzer, drei Transporter, ein 7,5-Tonner mit Hebebühne) auf.

Das Team der MK-Garage: Christoph Hohmann, ...

Im Sommer 1963 übernahm das Ehepaar ...

Früh übt sich: Rosa Hohmann und ...

1965 hoben Rosa Hohmann und ihr ...

Im Februar 1982 schlug das Schicksal von seiner erbarmungslosen Seite zu: Plötzlich und vollkommen unerwartet starb Gerhard Hohmann. „Meine beiden Söhne Andreas und Christoph waren da gerade mal 18 und 16 Jahre alt“, berichtet Rosa Hohmann. „Erst wollte ich aufgeben und wieder zurück nach Rotenburg ziehen.“ Freunde der nun vaterlosen Familie, insbesondere Gerd Schulz, unterstützten die Hohmanns in diesen schweren Stunden. Mit den Worten „Röschen, wir packen das“ animierte Gerd Schulz die Witwe zum Weitermachen.

Und Rosa Hohmann kämpfte: „Es musste ja irgendwie weitergehen.“ Neben ihrem Lebenswerk, der Autovermietung, umsorgte sie ihre beiden Jungen und kümmerte sich um Haushalt und Garten. „Ich habe eine harte christliche Erziehung genossen, die mir – aus heutiger Sicht betrachtet – nicht geschadet hat“, resümiert die 80-Jährige. „Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, an einen besonderen Tag im Dezember 1965: Hochschwanger, wenige Stunden vor Christophs Geburt habe ich bei Eiseskälte ein Auto gewaschen.“

Sonntags nahm sie sich Zeit für ihre Kinder. „Kirchenbesuch und das Abklappern von Volksläufen zählten zum Pflichtprogramm“, ergänzt Sohn Christoph. Rosa Hohmann ist eine begeisterte Sportlerin gewesen: 30-mal legte sie während ihrer Zeit bei der LG Alheimer das goldene Sportabzeichen ab. Bis 2017 war sie aktive Sportschützin bei der Schützengesellschaft Bebra, wurde dreifache Schützenkönigin, Kreisschützenkönigin und mehrfache Hofdame. Christoph Hohmann teilt die „treffsichere Leidenschaft“ seiner Mutter: Luftgewehr und Kleinkaliber sind seine Disziplinen.

Der orangefarbene Fuhrpark ist das Markenzeichen ...

In der Lache errichtete Christoph Hohmann ...

Die Teilnahme am Bäwerschen Kirmesumzug ist ...

Angekommen im „Unruhestand“ beginnt im Alter von 80 Jahren für Rosa Hohmann ein neuer, durchaus ungewohnter Lebensabschnitt: Nach überstandener Rücken-OP will sie endlich verreisen: „Zudem möchte ich meine Enkelin in Würzburg und die Familie meines Sohnes Andreas, der in Eisenach einen Kfz-Elektronikbetrieb betreibt, besuchen. Und pünktlich zur Konfirmation meines Enkelsohns muss ich sowieso fit sein.“ Nicht zu vergessen: Das alljährliche Hohmannsche Sippentreffen, das abwechselnd in Bebra, Berlin und Kevelaer steigt.

Trotzdem wird es sich Rosa Hohmann nicht nehmen lassen, regelmäßig „ihre“ Büroräume aufzusuchen, wo Stefanie Hüttl und Jutta Meister der Kundschaft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dessen ist sich auch Neuinhaber Christoph Hohmann gewiss: „Ohne Autovermietung geht es bei meiner Mutter nicht.“ (Stefanie Harth) +++

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