Spaß bei der Arbeit ist wohl das A & O, um seinen Job lieben zu können - Fotos: Julius Böhm

REGIONProfis bei der Arbeit (86)

Jens Diegelmann ist ganz sicher kein "normaler" Kellner

Die Arbeitswelt bei uns in Osthessen ist bunt und vielfältig. Ob stinknormaler Job oder ein ganz ausgefallener Beruf - die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich in der Region umgeschaut und viele interessante Menschen getroffen, die von ihrem ganz persönlichen Arbeitsplatz erzählt haben. Lassen Sie sich überraschen. +++

08.02.18 - Man wird in keinem Lehrbuch für Gastronomie eine Beschreibung finden, die auf Jens Diegelmann aus dem Tag & Nacht-Café Sonne in Fulda zutrifft. Und obwohl man seine Art, die Gäste zu umsorgen, definitv als unkonventionell bezeichnen muss, gibt ihm der Erfolg mehr als Recht. Er ist nicht weniger Kult als die "Sonne"selbst, die er seit fast 17 Jahren betreibt. Leider nur noch viereinhalb Wochen.

Ob die Gabel nun links vom Teller liegt oder das Essen über die rechte Schulter gereicht wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Wer auf der Suche nach schnieker Tischdecke und edlem Ambiente ist, muss sich verlaufen haben. Gerade die abgenutzten Tische, die zusammengewürfelten Stühle und die mehr schlecht als recht gestrichenen Wände machen zusammen mit vielen kleinen und unverwechselbaren (und in mancher Augen auch heruntergekommener) Details den Charme der "Sonne" aus.

Viele Stammgäste kommen immer wieder ...

Alle werden persönlich begrüßt, bekannte ...

Pfeffer vom Chef - Standard ...

Wo Stammgäste auch mal veräppelt werden...

"Wir verstellen uns da auch nicht", verspricht Diegelmann, den jeder nur Jens ruft. Außer Mitinhaberin und Küchenchefin Sezgin Gülseren. Sie ruft regelmäßig ein verärgertes "Service!" durch den Raum, wenn Jens sich mal wieder verquatscht hat. Gezwungen ist hier nichts: Und so versteckt sich der 45-Jährige eben hinter der Tür, um einen hereinkommenden Stammgast (fast) zu Tode zu erschrecken. Wem das Thai-Curry zu scharf ist, bekommt quer durch den Raum und vor allen Gästen sein Fett weg: "Du warst schon immer ein Warmduscher! Stell dich nicht so an." So werden Frühstück und Mittagstisch zum Erlebnis. Inklusive einer frischen Prise aus der Pfeffermühle - manchmal auch für den Schoß, statt aufs Essen.

Diese herrlich frische und auf alle Fälle ungezwungene Art hat Jens in mehr als einem Dutzend Jamaika-Reisen quasi aufgesaugt: "Vielen Deutschen würde etwas mehr von diesem Feeling sicher guttun. Immer nur schnell, schnell, schnell kann ja gar nicht gesund sein", ist er sich sicher, "vielleicht kommen einige Gäste auch zu uns, gerade um dem 'normalen' Alltag zu entfliehen."

Das Ankreuzfrühstück ist seit Jahren ein Erfolgskonzept. Der Mittagstisch mit nur wenigen, dafür zumeist regionalen und saisonalen Produkten auf der Karte, nicht weniger - obwohl die Preise fair bis stattlich sind. Die Art und Weise, wie Jens Neulingen in seinem Lokal erklärt, wie gut die Grüne Soße und wie frisch geschossen das Wildschwein war, das in der Küche zu Gulasch verwandelt wurde, ist mitreißend. 

Kein Kassensystem, kein iPad, das die Bestellung digital in die Küche sendet - in den 60 Sekunden, in denen Jens die Bestellung aufnimmt, hat man das Gefühl, voller ehrlichem Enthusiasmus bedient zu werden. Frech, direkt und schnörkellos.

"Unnormal" trotz Fachausbildung

Konzentriert arbeiten...

...und dann doch wieder für ...

Die gastronomische Ausbildung hat Jens im Fuldaer Maritim-Hotel abgeschlossen. Viel prägender sei für ihn aber die Zeit davor gewesen, in der er beim "Schorsch" auf der Enzianhütte jobbte und zum ersten Mal mit der Gastronomie in Berührung kam. "Ohne diese Zeit wäre ich wohl selbst nie in der Gastro gelandet."

Jens Diegelmann verkörpert und liebt seinen Job wie kaum ein Zweiter. Wirklich empfehlen will er ihn aber nicht: "Du bist immer dann am Arbeiten, wenn deine Freunde etwas unternehmen wollen", sagt er und ist ehrlich: "Wir haben hier das Glück, dass wir schon mit Frühstück und Mittagstisch unser Geld verdienen können. Wenn ich jeden Abend arbeiten müsste, wäre das ein Alptraum."

Fest steht, dass die Sonne am 10. März, also in nicht einmal fünf Wochen, "untergehen wird". Nach jahrelangen Rechtsstreitereien mit dem Nachbarn und Vermieter läuft im März der Mietvertrag aus. (Julius Böhm) +++

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