REGIONProfis bei der Arbeit (90)

"Dafür sind wir doch da!" - Michael Kohl ist ADAC-Pannenhelfer und Gelber Engel

Die Arbeitswelt bei uns in Osthessen ist bunt und vielfältig. Ob stinknormaler Job oder ein ganz ausgefallener Beruf - die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich in der Region umgeschaut und viele interessante Menschen getroffen, die von ihrem ganz persönlichen Arbeitsplatz erzählt haben. Lassen Sie sich überraschen. +++

01.03.18 - "Das hab ich gern gemacht - dafür sind wir doch da", ist eindeutig der Satz, den Michael Kohl am häufigsten in seinem Berufsalltag benutzt. Der 39-Jährige ist Pannenhelfer beim ADAC, ein sogenannter "Gelber Engel". Am bisher kältesten Morgen dieses Winters startet unser O|N-Team mit ihm in die Frühschicht, um ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Es ist sieben Uhr morgens und mit minus 14 Grad wirklich saukalt. Unter seinem neongelben Schutzanzug steckt der gelernte Automechaniker in dicken langen Unterhosen und mehreren Schichten Kleidung. Der erste Auftrag, den er über sein Display am Armaturenbrett von der Zentrale reinbekommt, ist in Kalbach im Südkreis Fulda. Durchgefroren steht der junge Mann neben seinem Auto, das – wen wundert's bei der Kälte – nicht anspringen will. Als Michael Kohl mit wenigen sicheren Handgriffen festgestellt hat, wie wenig Saft die Batterie noch hat, fürchtet der Kunde schon, dass er in die Werkstatt muss.

Einer, der seinen Job kann: ...Fotos: Carina Jirsch

Auffällig gelb flitzt er durch ...

Erstmal schauen, was los ist

Hier wird gemessen, welche Leitung ...

Auf Ordnung in seinen Werkzeug- ...

Die passende Batterie wird gleich ...

Jetzt läuft er wieder!

Doch der Gelbe Engel hat eine passende Ersatzbatterie dabei – immerhin fünf verschiedene Typen hat er im Wagen – und baut sie innerhalb von wenigen Minuten routiniert ein. Erleichtert zückt der junge Mann seinen ADAC-Mitgliedsausweis und seine EC-Karte. Der Service ist schnell und umfassend, klar, dass die Kunden Michael Kohl mit warmen Dankesworten verabschieden. Als gelernter KfZ-Mechaniker hat er das nötige Handwerkszeug für diesen Job natürlich drauf. Aber es ist ein entscheidender Unterschied, ob man in der warmen Werkstatt arbeitet oder bei Wind, Regen oder sengender Sonne im Freien. Trotzdem hat Michael Kohl seinen langjährigen Arbeitsplatz in einer Kfz-Werkstatt vor sechs Jahren gegen den in seinem knallgelben VW-Touran getauscht und bezeichnet das als die beste Entscheidung seines bisherigen Berufslebens. Der Grund: "Die Leute sind alle so nett und dankbar, wenn ich ihnen helfe – das macht richtig Spaß!"

Gefährlicher Arbeitsplatz am Straßenrand

Auch bargeldlos zahlen, ist kein ...

Das Display leitet nicht nur ...

Und auch hier springt ein ...

Das Werkzeug gleich wieder einräumen, ...

Aber natürlich hat auch die Arbeit des Pannenhelfers Schattenseiten. Er und seine drei Kollegen in Fulda sind im Sechs-Schichten-System von 6:30 bis 23:00 Uhr unterwegs und schrubben dabei eine Menge Kilometer weg - rund 30.000 pro Mann im Jahr. Und bei den heutigen Verkehrsverhältnissen ist die Straße wahrhaftig kein ungefährlicher Arbeitsplatz. "Einen linken Vorderreifen wechsle ich nicht am Seitenstreifen der Autobahn, das ist viel zu riskant", erklärt er. Da wird das Pannenfahrzeug auf den nächsten Parkplatz geschleppt, denn Sicherheit geht grundsätzlich vor. Und Menschen, die havariert und kopflos am Straßenrand herumrennen, schickt er mit seiner ruhigen Souveränität erstmal hinter die schützende Leitplanke.

Pingelig beim Werkzeug

"Danke für die schnelle Helfung", ...

Oben auf dem Fuldaer Aschenberg ...

Faszinierend, was in dem relativ kleinen Pannen-Pkw alles an Ersatzteilen und Werkzeug untergebracht ist – inklusive 10 l Diesel und 10 l Benzin. Dabei hat jedes Teil seinen festen Platz, wohin es auch sofort nach der Benutzung zurückgelegt wird. "Da bin ich wirklich pingelig", sagt Kohl und ergänzt: "Nichts ist peinlicher, als wenn man vorm Kunden sein Werkzeug suchen muss!"

Mittags muss im Depot in ...

.. und Batterienachschub eingeladen werden

... und weiter geht's, der ...

Nach fünf gestarteten oder ausgewechselten Batterien an diesem eiskalten Morgen – ein weiterer Autofahrer war einfach verschwunden, ohne sich abzumelden – ist erstmal ein Zwischenstopp im Depot in Lehnerz angesagt, um den geschrumpften Batterievorrat wieder aufzufüllen. Der Pressesprecher des ADAC hatte uns beim Vorgespräch erzählt, dass nicht alle Autofahrer nett und freundlich zu den Pannenhelfern sind. Wer wegen vieler zeitgleicher Aufträge längere Zeit warten muss, reagiere zum Teil pampig und unwirsch, wenn das gelbe Auto schließlich kommt. Eine ungute Situation, die Michael Kohl zum Glück noch nie erlebt hat. "Zu mir war noch niemand ruppig, höchstens genervt oder aufgeregt", sagt er. Und strahlt weiter seine scheinbar unerschütterliche freundliche Sicherheit aus. (Carla Ihle-Becker)+++

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