Bettina Bernhardt und ihr persönliches Lieblingspferd Lucky. - Fotos: Gudrun Schmidl

LUDWIGSAUProfis bei der Arbeit (103 )

Bettina Bernhardt (49) - Pferdewirtschaftsmeisterin mit eigenem Hofgut

Profis bei der ArbeitDie Arbeitswelt bei uns in Osthessen ist bunt und vielfältig. Ob stinknormaler Job oder ein ganz ausgefallener Beruf - die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich in der Region umgeschaut und viele interessante Menschen getroffen, die von ihrem ganz persönlichen Arbeitsplatz erzählt haben. Lassen Sie sich überraschen. +++

30.04.18 - Das Hofgut Tann ist ein alter Bauernhof, idyllisch in der Ortsmitte im gleichnamigen Ludwigsauer Ortsteil gelegen. Das große Herrenhaus existierte bereits Mitte des 18. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz. Im Sommer 1998 wurde es von Bettina Bernhardt renoviert und als Reiterhof mit Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut und eingerichtet. Die Pferdewirtschaftsmeisterin, die für Haus und Hof und den Reitbetrieb verantwortlich ist, bewirtschaftet zusätzlich ca. 50 ha Wiesen- und Weideland und ca. 10 ha Ackerland. Seit Januar 2011 wurde der Hof offiziell auf Biologische Landwirtschaft umgestellt. Die 49-Jährige erfüllte sich mit diesem Objekt ihren persönlichen Lebenstraum.

Bettina Bernhardt und ihre Tochter ...

Bettina Bernhardt war neun Jahre alt, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ein Jahr in Irland verbrachte, um auf einer Privatschule Englisch zu lernen. Die sportlichen Mädchen aus Bad Hersfeld und auch ihre Mutter nahmen in dieser Zeit Reitstunden und weil es in Irland seinerzeit viel günstiger war, ein Pferd zu kaufen, als dreifach Reitstunden zu bezahlen, stand ihnen fortan das Reitpony Freddy zur Verfügung, das sie auf der Heimreise im extra angeschafften Pferdeanhänger begleitete.

Die Idee, ihr Pony in den heimischen Garten zu stellen, erwies sich als naiv und so fand es seinen Platz auf dem Hof Wehneberg in Bad Hersfeld. Heute nennt Bettina Bernhardt 28 Pferde und Ponys ihr Eigen, die auf dem Hofgut Tann mit ihr arbeiten und später dort auch ihre Rente genießen können. Bettina Bernhardt hat im Jahr 2003 ihre Meisterprüfung als Pferdewirtschaftsmeisterin mit der Fachrichtung Pferdezucht und Haltung bestanden. „Heute wurde das geändert in Zucht, Haltung und Service“, korrigiert sie und klärt auf, dass Pferdewirtschaftsmeisterin ein landwirtschaftlicher Beruf ist.

Auch Ponyreiten wird auf dem ...

„Ich bin die einzige in der Familie, die schon früh einen Bezug zu allen Tieren, der Natur und Landwirtschaft hatte“, erinnert sich Bettina Bernhardt, die bereits mit 16 Jahren Reitunterricht erteilte. Nach dem Abitur wollte sie das angepeilte Studium als Tierärztin aufnehmen, entschied sich als junge Mutter aber letztendlich, Landwirtschaft zu studieren. Durch ihre Vorbildung war es möglich, dass sie im Anschluss als Direkteinsteigerin die Prüfung zur Pferdewirtin ablegen konnte. Auf dem Hof Wehneberg arbeitete Bettina Bernhardt von 1994 bis 1996 als Pächterin.

Der Wiesenspringplatz ist umgeben von ...

Jeder Tag ist eine neue Herausforderung“, berichtet die Pferdewirtschaftsmeisterin aus ihrem Berufsalltag. „Nichts ist endgültig planbar, nichts vorhersehbar“. Zu ihren täglich wiederkehrenden Aufgaben gehören neben der Stallarbeit das Pflegen und Versorgen der Schulpferde, Ponys, Jungpferde, Pensionspferde und der vielen Kleintiere, die das Hofgut Tann beleben. Dabei muss sie immer die Gesundheit der Tiere im Auge behalten. Je nach Saison ist die energiegeladene Hofbesitzerin über Heu- und Strohbergung bis zur Ernte, der Feldbestellung und der Apfelernte mit vielfältigen landwirtschaftlichen Aufgaben gefordert. „Unser Heu kommt komplett aus unserer Eigenproduktion, teilweise auch das Getreide“, berichtet Bettina Bernhardt, die in den letzten Jahren auf weiteren Getreideanbau verzichtet hat, weil auch ihre Felder immer wieder von Wildschweinen verwüstet wurden. Trotz der vielen Arbeit findet sie Entspannung in der Natur, zum Beispiel, wenn sie auf der Koppel defekte Zäune repariert.

Die Pflege des Hofes, die Büroarbeit, ihre Verpflichtungen als Gastgeberin ihrer Feriengäste, der Besucher im Eiscafé mit Biergarten als beliebter Treffpunkt und bei zahlreichen, von ihr maßgeblich organisierten Veranstaltungen im Jahreskreislauf gehören zum Tagesgeschäft. "Das Sauber- und Instandhalten des Hofes erfordert sehr viel Zeit", stöhnt Bettina Bernhardt, die keinesfalls alles alleine stemmen kann. Ihre Tochter Carolin, die als Tierärztin den ursprünglichen Berufswunsch ihrer Mutter aufgegriffen hat, lebt mit ihr unter einem Dach und hilft, wo sie nur kann, ebenso wie Lebensgefährte Norbert. Wann immer erforderlich, packen weitere helfende Hände mit an.

Flohmarkt für Reitbegeisterte.- das Hofgut ...

Der intensive, abwechslungsreiche Reitunterricht wird durch die Pferdewirtschaftsmeisterin und Trainerin überwiegend selbst erteilt, es beteiligen sich aber auch Trainer, Berittführer und Aushilfskräfte. Das fängt beim Ponyreiten für Kleinkinder von drei bis acht Jahren mit dem spielerischen Heranführen an den Umgang mit kleinen Ponys an, danach werden alle Sparten bis zur Dressur in der 20x40m großen Reithalle und Springen auf dem großzügigen Wiesenspringplatz abgedeckt.

Alle, die dabei bleiben, werden bis zur Turnierreife ausgebildet mit der Möglichkeit, entsprechende Turniere und Lehrgänge zu besuchen. Die zahlreichen Turniererfolge der von ihr ausgebildeten Reitschüler bestätigen sie in ihrer Arbeit. „Wir sind hier alle schon sehr aktiv“, fasst Bettina Bernhardt zusammen. Ihr eigenes Engagement umfasst zusätzlich den übernommenen 2. Vorsitz bei dem Kreisreiterbund, den 2. Vorsitz beim Regionalverband "Gutes aus Waldhessen" für Direktvermarktung und den Vorsitz des neu gegründeten Reitvereins Ludwigsau.

Rüdiger Baier beim Eisverkauf

"Wenn meine Schüler zufrieden vom Pferd steigen und auch die Pferde zufrieden dreinschauen, ist das jeden Tag für mich erbaulich“, gesteht Bettina Bernhardt, die mit dem Ziel „Harmonie zwischen Reiter und Pferd“ unterrichtet und dabei ihre Naturverbundenheit ihren zahlreichen Reitschülern aller Altersklassen nahe bringt. "Leider ist mir, durch die vielfältigen Aufgaben auf meinem Betrieb, die Zeit für meine eigene Reiterei verloren gegangen. Es mangelt in unserer Region leider an Trainern, die mir zur Hand gehen könnten". Wenn sie dann doch mal etwas Zeit für sich hat, reitet sie am liebsten auf Lucky, ihrem Lieblingspferd. "Lucky ist das erste, aber auch bisher einzige Pferd, das ich vor dem Pferdemetzger gerettet habe". Die meisten Pferde sind selber gezogen, oder schon sehr lange auf dem Betrieb und haben ein hohes Alter erreicht, das Älteste zurzeit ist 30 Jahre alt. Ihr erstes Reitpony Freddy ist schon lange im Pferdehimmel (Gudrun Schmidl) +++

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