Markus Funk ist Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfegermeister.. - Fotos: Gudrun Schmidl

RONSHAUSENProfis bei der Arbeit (92)

Brandaktueller Beruf: Markus Funk ist Bezirksschornsteinfegermeister

Die Arbeitswelt bei uns in Osthessen ist bunt und vielfältig. Ob stinknormaler Job oder ein ganz ausgefallener Beruf - die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich in der Region umgeschaut und viele interessante Menschen getroffen, die von ihrem ganz persönlichen Arbeitsplatz erzählt haben. Lassen Sie sich überraschen. +++

12.03.18 - Schornsteinfeger ist ein vielfältiger, interessanter und anspruchsvoller Handwerksberuf mit Zukunft in den Bereichen Brandschutz, Umweltschutz und Energieeinsparung, der technisches Verständnis, Kommunikationsfreude und Schwindelfreiheit gleichermaßen voraussetzt. Markus Funk aus Ronshausen wurde dieser Beruf „quasi in die Wiege gelegt“, war doch sein inzwischen verstorbener Vater Hermann Funk als Bezirksschornsteinfegermeister im Kehrbezirk 16 des Landkreises Hersfeld-Rotenburg bekannt und geschätzt. Markus Funk betont, dass er ganz freiwillig in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters getreten ist, denn der Beruf faszinierte ihn von klein auf und ein absolviertes Schulpraktikum im väterlichen Betrieb überzeugte ihn vollends in seiner Berufswahl.

Es war sein Vater, der ihn als Lehrling von 1986 bis '89 ausbildete. Zum Blockunterricht in der Berufsschule mussten zu seiner Zeit alle künftigen Schornsteinfeger aus der hiesigen Region nach Frankfurt am Main fahren, wo sie in der Philipp-Holzmann-Schule unterrichtet wurden. Nach der Gesellenprüfung war Markus Funk bei verschiedenen Bezirksschornsteinfegern tätig, rund zwei Jahrzehnte davon in Rotenburg an der Fulda. 1994 legte er die Meisterprüfung ab und seit 2003 ist der jetzt 48-Jährige zusätzlich als Gebäudeenergieberater im Handwerk tätig. Am 1. April 2011 übernahm er den Kehrbezirk seines Vaters, der nach 28 Jahren als Bezirksschornsteinfegermeister in den wohlverdienten Ruhestand ging.

Markus Funk und sein Mitarbeiter ...

Seither ist Markus Funk für die Bebraer Stadtteile Breitenbach, Blankenheim und Solz, die Ludwigsauer Ortsteile Mecklar, Meckbach, Reilos und Friedlos, außerdem Nentershausen und die Dörfer Süß und Bauhaus verantwortlich. „Ich gehe noch immer gern mit raus“, betont Markus Funk. Schornsteinfeger kommen in zahlreiche Häuser und haben somit ständig Kontakt mit Menschen. „Das ist Vertrauenssache, ein bisschen wie in einer Ehe“, erklärt Markus Funk das immer freundliche und zuvorkommende Auftreten gegenüber Hausbesitzern und Mietern, das er und sein Mitarbeiter Markus Brede pflegen.

Schornsteinfeger wie die beiden steigen den Leuten aufs Dach und sind trotzdem hoch willkommen. Sie sind voller Schmutz und trotzdem will sie jeder berühren. Was steckt dahinter? Die Hauptaufgaben der Schornsteinfeger bestehen in der Kontrolle und Reinigung von Feuerungs- sowie Lüftungsanlagen. Dort werden Abgase geprüft und gemessen. Zugleich wird durch Reinigungsarbeiten eine störungsfreie und umweltgerechte Arbeit der kontrollierten Anlagen sichergestellt und damit verringert sich die Brandgefahr deutlich. Mit der Verbreitung von Schornsteinen im 14. und 15. Jahrhundert zogen wandernde Handwerker von Italien aus kommend durch die Lande, um Kamine zu reinigen. Damit vermieden sie gefährliche Brände und galten fortan bis heute als Glücksbringer.

Eine gute körperliche Fitness ist für alle Schornsteinfeger von Vorteil. Der Weg zum Dachboden oder gar aufs Dach, dann wieder runter in den Keller, führt oftmals über unzählige Treppen. Auf dem Dach sind die „schwarzen Männer“ nicht mit Gurten oder anderen Hilfen gesichert, sondern müssen sich auf den Tritten, die auf den Ziegeln angebracht wurden, vorsichtig bewegen. Gerade im Sommer ist es auf den Dachböden teilweise unerträglich heiß, was doppelt anstrengend ist, denn beim Reinigen der Schornsteine ist auch Muskelkraft gefragt. In ländlichen Kehrbezirken mehr, denn da haben es die Schornsteinfeger sehr viel häufiger mit Holzfeuerung zu tun. Markus Brede als Fachmann hat sich ebenfalls für diese Heizquelle seines Hauses entschieden, während sein Chef Markus Funk sein Einfamilienhaus mit einer Ölzentralheizung ausgestattet hat und mit dem niedrigen Verbrauch sehr zufrieden ist. In den Städten heizt kaum noch jemand mit festen Brennstoffen, hier sorgen Fernwärme und Gasheizungen für Behaglichkeit.

Als Experte für Energieeinsparung und Energieausweise ist Markus Funk kompetenter und neutraler Berater in allen Umwelt- und Energiefragen, berät in allen Bau-, Heizungs- und Brandschutzfragen, gibt qualifizierte Modernisierungstipps. Als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfegermeister ist Markus Funk gleichzeitig eine Behörde, denn als solcher erlässt er die verpflichtenden Feuerstättenbescheide, die eingeführt wurden, als Anfang 2013 das langjährige Schornsteinfeger-Monopol fiel. Zeitaufwändige Schreibarbeiten und unzählige Formulare gehören zu seinem Berufsalltag dazu wie der Kaminbesen und die zugehörige Kugel als Zuggewicht.

Eine Empfehlung spricht der Schornsteinfegermeister immer wieder aus: „Rauchmelder retten Leben“. Bei Neubauten werden sie generell eingebaut, aber noch immer sind viele Hauseigentümer und Mieter in Hessen dieser seit 2014 gültigen Installationspflicht nicht nachgekommen. Markus Funk weiß als langjähriger Gemeindebrandinspektor seiner Gemeinde, dass die häufigste Ursache für Wohnungsbrände technische Defekte sind. Nachts ist die Gefahr am größten, denn im Schlaf ist der Geruchssinn ausgeschaltet. „Die meisten Menschen sterben an einer Rauchvergiftung, nicht durch Verbrennungen“, betont Markus Funk, der ein Handwerk mit viel Eigenverantwortung ausübt, in dem Vollbeschäftigung herrscht und die Zahl der Auszubildenden, davon immer mehr weibliche, auf hohem Niveau liegt. (Gudrun Schmidl) +++

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